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VON HAND WEBEN

Bilder aus dem Atelier

Das Weben gehört, nach Holz- und Stein-bearbeitung, zu den ältesten Handwerken der Menschheit. Daher ist es nicht verwunderlich, dass einige Begrifflichkeiten wie z.B. Schlichten, Aufbäumen oder Anzetteln sehr vertraut in unseren Ohren klingen. Jedoch haben sie im Kontext vom Weben natürlich eine andere Bedeutung.

 

Andere Ausdrücke sind viel exotischer, oder haben sie schon einmal etwas von einem Brust- Zettel- oder Knie-Baum gehört? In den letzten Jahrzehnten ging der Bezug zum Weben leider fast komplett verloren. Jedoch hatten noch viele unserer Grossmütter einen Webstuhl im Haus. Die Qualität von handgemachten Stoffen ist daher kaum noch Bekannt. 

 

Anbei bekommen sie einen kleinen Einblick in die Herstellung von handgewobenen Stoffen. Erfahren sie mehr über die Komplexität von Geweben, die Geduld und die Zeit die es braucht, ohne Maschine einen Stoff herzustellen. Tauchen sie ein in die einzigartige Farbigkeit und die individuelle Gestaltung von Stoffen aus dem Webatelier Barbara Turtschi. Schauen Sie zu beim Entstehungsprozess eines Produktes, und erfahren Sie wie es zu einem hanandgewobenen Unikat wird.

 

Die Ideen

Am Anfang steht oft ein kleines Detail aus einem Bild oder einem Erlebnis aus dem sich mit der Zeit eine Idee für ein Gewebe konkretisiert.

 

 

Der Entwurf

Ein sogenannter Wickel entsteht um einen ersten Eindruck von der Farbigkeit des künftigen Stoffes zu bekommen. In Skizzen werden Ideen für die Bindung und deren Muster festgehalten.

 

 

Die Patrone

Die Patrone ist die gezeichnete Darstellung der Bindung. Darin lässt sich der Litzeneinzug, die Trittfolge und die Aufknüpfung ablesen.

 

 

Das Zetteln

Für ein Gewebe werden oft mehrere hundert Kettfäden nebeneinander benötigt. Diese werden mithilfe des Zettelbaums in Form eines Zettels vorbereitet.

 

 

Das Einrichten

Nach dem Zetteln wird Aufgebäumt. Danach kommt der Einzug. Das heisst, dass jeder Faden durch eine Litze und durch den Kamm muss. Wenn die Kette auf dem Webstuhl ist muss noch die Aufknüpfung gemacht werden. Diese bestimmt ob ein Faden bei einer bestimmten Tretweise gehoben oder gesenkt ist.

 

 

Das Weben

Beim Weben wird mithilfe eines Schiffchens der sogenannte Schuss in die Kette gewoben. Durch die Tretweise und die Farb- und Material-Wahl des Schusses wird das Muster des Stoffes bestimmt. Durch die dauernde Variation entstehen handgewobene Unikate.

 

 

Das Verarbeiten

Ist der Stoff einmal abgewoben, wird er in ein Wasserbad eingelegt. Je nach Material und Bindung gehen die Gewebe bis zu zwanzig Prozent ein. Danach wird fleissig genäht, gesäumt, abgeknüpft bis das Produkt fertig ist.

 

 

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